Ist diese Ikea Werbung eine Zumutung oder Bruch mit einem Tabu: Gekommen um zu bleiben

Gekommen um zu bleiben spricht meiner Ansicht nach mehr als nur ein 
Tabuthema an und das in gerade mal 30 Sekunden. Mit der 
Veröffentlichung dieses Werbefilmes beweist Ikea Mut zum Umdenken und 
Anders sein. Er wird bestimmt viele Gemüter zum Aufbegehren bewegen, 
aber auch vielen aus der Seele sprechen. In diesem Artikel geht es um 
den Werbespot von Ikea Gekommen um zu bleiben und meine persönliche 
Meinung dazu.

Sind wir doch mal ehrlich, es gibt Themen über die man einfach nicht in der Öffentlichkeit spricht.

Das war schon immer so.

Sollte es doch jemand wagen, ja, dann muss Mann oder Frau einiges aushalten und einstecken können.

Ich denke da auch an meine liebe Freundin Mina Urban, die mit ihrem Buch Ehe ohne Sex für ziemlichen Wirbel sorgt.

Erst, wenn über ein Tabu gesprochen wird, kann dieses auch aufgelöst werden. Doch was ist ein Tabu eigentlich?

Bei der Beantwortung dieser Frage habe ich mich im Duden schlau gemacht.

Ikea Oma ist gekommen um bei der Enkelin zu bleiben

Es gibt noch eine weitere Sache die manche mit dem Werbefilm Gekommen um zu bleiben in Verbindung bringen werden.

Über manche Themen darf nicht gesprochen werden, insbesondere wenn es sich um „spezielle“ Frauen- wie auch Männerthemen handelt.

Schnell wird man dann in die feministische Genderecke gestellt.

Danach geht schon die lange und zähe Diskussion los, die in einem Meer aus gegenseitigen Beschuldigungen enden würde, sollte man sich darauf einlassen.

Ein Tabu offen anzusprechen, erregt viele Gemüter. Daher hier diese Vorwarnungen bevor ich nun im Anschluss auf den Werbespot eingehe.

Wer mir nicht glaubt, nehme sich einfach die Zeit in den Kommentaren auf YouTube unter dem besagten Spot ein bisschen zu stöbern und zu lesen.

Ikea: Gekommen um zu bleiben

Die Agentur thjnk (Hamburg) produzierte schon einige Werbefilme für Ikea.

So auch den aktuellen Mini-Spot Gekommen um zu bleiben.

Die Macher bringen immer wieder Familien- und Beziehungssituationen in unser Bewusstsein, die manchmal zum Schmunzeln sind und manchmal auch treffsicher einen wunden Punkt ansprechen, so wie auch in Gekommen um zu bleiben

Dieser Spot wird definitiv polarisieren.

Die einen werden respektvoll nicken und sagen wow, ziemlich mutig das so offen in der Öffentlichkeit anzusprechen.

Die anderen werden laut aufschreien, böse Bemerkungen zurückschießen und ihre Absicht kundtun, nie wieder in besagtem Möbelhaus einzukaufen.

Ach ja, und wo finde ich nun mich wieder? Ich positioniere mich in der ersten Gruppe und nicke respektvoll. Und du?

Schau dir den Spot doch selber einmal an.

  • Wo positionierst du dich?
  • Was gehen dir für Gedanken durch den Kopf?
  • Welche Gefühle kommen bei dir hoch?
  • Welche Tabuthemen findest du wieder in diesem Spot?

Nun zum Werbespot, wo Oma gekommen ist, um zu bleiben.

Wenn ich an eine Oma und ihre Enkelin denke, dann sehe ich die klassische Kulisse vor mir: die Enkelin erinnert sich an ein Erlebnis mit Oma aus ihrer Kindheit.

Vielleicht an den Duft von Oma‘s Backkünsten oder an den Tante Emma Laden bei Oma um die Ecke, wo es immer die leckeren Bonbons gab.

Du weißt schon, was ich meine. Diese Erinnerungen erwecken in einem selber Gefühle von Liebe, Herzlichkeit und ein „bei mir bist du immer willkommen mein Lieblingsenkenkelkind-Gefühl“.

Ikea hat es geschafft diese Kindheitserinnerungen hinter sich zu lassen.

Es wurde dem Ganzen eine Prise Humor hinzugefügt und schon ist Gekommen um zu bleiben herausgekommen.

Ja, es wird einige von uns aus unserer Komfortzone holen.

Was passiert bei Gekommen um zu bleiben?

Dieses Mal besucht Oma die Enkelin und fühlt sich bei ihr pudelwohl.

Was für eine moderne Omi, die nicht wartet bis man zu ihr kommt, sondern einfach ihre Taschen packt und auf Reisen geht!

Ja, sie denkt sogar darüber nach, länger zu bleiben und teilt diesen Gedanken gleich mit ihrer Enkelin.

Natürlich erst nachdem sie sich im modern eingerichteten Bad im gewohnten Ikeastil frisch gemacht hat und wieder unter die Bettdecke geschlüpft ist.

Wie cool, Oma und Enkelkind in einem Bett! 

Was für liebenswerte und ungewohnte Szene in der Öffentlichkeit. Das Gesicht der Enkelin ist einfach köstlich anzusehen, wenn sie erfährt, dass Oma länger bleiben möchte.

Von dieser Vorstellung ist sie aber irgendwie nicht so begeistert wie Oma, der ein freches Schmunzeln auf den Lippen liegt.

Schnell erinnert sie Oma an Opa mit den Worten:

„Aber vermisst Opa dich dann nicht?“

Doch dieses Argument lässt Oma nicht gelten und antwortet frech:

„Seine Zähne, seine Brille, seine Potenz – was vermisst der nicht?“

Wie bitte?

Redet Oma gerade von der Potenz beziehungweise Impotenz bei Opa?

Offensichtlich. 

Der Enkelin ist das offensichtlich peinlich als sie mit einem langgezogenen

“Omaaa!”

antwortet.

Danach spricht der Sprecher den bekannten Satz:

“Fühl dich wohl in deiner Komfortzone – Ikea.”

Dann hat man eine Sekunde Zeit auszuatmen als Oma noch einen draufsetzt: 

„So straff war ich auch mal.“.

Ja, das war ein 30 Sekunden Mini-Film.

Oma’s klare Ansagen

Tabu Nr. 1 Impotenz bei Männern

Davon hört man wirklich kaum. Jedenfalls in der Öffentlichkeit.

Impotenz und Probleme mit der Prostata werden selten offen angesprochen.

Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als ich erotische Massagen gegeben habe.

Da sprachen die Männer Impotenz an, um gleich zu erklären, warum es schwierig werden könnte mit einer Erektion.

Dabei schwang immer Wehmut. Oftmals klang es auch so, als ob sie sich entschuldigen wollen für diese Unfähigkeit, die früher mal etwas selbstverständliches war.

Tabu Nr. 2 Sex im Alter

Wenn über Potenz gesprochen wird, dann reden wir automatisch auch über Sex.

Aber Sex im Alter ist lieber etwas worüber geschwiegen wird. Gibt es ein Alter, wo wir aufhören, begehrenswert zu sein?

Kommt ein Zeitpunkt, wo wir keine Lust mehr haben, Ekstase zu spüren und Berührungen auf nackter Hut zu geniessen?

Es gibt auch nur wenige Filme, die dieses Thema ansprechen.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind mir Wolke 9* und Anfang 80 – Für junge Liebe ist es nie zu spät* bekannt.

Doch ich weiß auch, dass ich diese Filme alleine angesehen habe, da sich niemand dafür begeistern wollte.

Komisch, nicht wahr?

Es gibt auch ein paar Bücher, die ich empfehlen kann. Diese sind von Vanessa Del Rae und Christiane Northrup.

Tabu Nr. 3 Das Älter werden

Wow, Oma spricht es aus: „So straff war ich auch mal.“ 

Älter werden wir alle.

Aber heißt das auch, dass wir altern dürfen?

Wenn man sich die Produkte der Kosmetikfirmen ansieht, dann ist Anti-Aging ein riesengroßer Markt.

Schönheitsoperationen sind salonfähig geworden und der Aufschrei ist mittlerweile auch nicht mehr ganz so groß, wenn man erfährt, das jemand hat etwas machen lassen.

Doch neben der Anti-Aging Bewegung macht sich nun auch die Pro-Aging Bewegung stark, denn das Altern gehört nun einmal zum Kreislauf des Lebens und man selber hat es in der Hand, ob es auf eine gesunde Art und Weise passiert.

Daher Respekt vor unserer Ikea Oma in Gekommen um zu bleiben, die in meinen Augen ganz klar Pro-Aging favorisiert.

Mein Fazit: für mich definitiv zwei Daumen hoch für diesen Werbefilm.

Ja, zwei Daumen.

Einmal an die kreativen Köpfe der Agentur thjnk (Hamburg) und dann natürlich auch an das Unternehmen Ikea, die das Ganze ja schließlich bezahlt und in ihrem Namen veröffentlicht haben.

Was meinst du? Siehst du das ähnlich wie ich oder ganz anders? Ich freue mich auf deinen Kommentar. Oder schau hier vorbei: Was passiert, wenn in einer keine Zärtlichkeiten mehr ausgetauscht werden? Wie kommt man aus einer Ehe ohne körperliche Nähe wieder heraus? Im Interview mit Mina Urban erfährst du spannende Möglichkeiten, wie du und dein Partner wieder neugierig aufeinander werdet.

Mina Urban und die Ehe ohne körperliche Nähe

Alles Liebe, Aksana.

PS: Natürlich geht es auch ohne große Dramen und Tabubrüche. Richtig gut gelungen, finde ich zum Beispiel auch diesen Werbefilm von Ikea. Einfach nur witzig gemacht.

Bücher von Mina Urban

  1. Ehe ohne Sex. Das Buch.*
  2. Ehe ohne Sex. Das Arbeitsbuch 1.* Die 1. Hilfe, wenn der Sex wegbleibt.
  3. Ehe ohne Sex. Das Arbeitsbuch 2.* Wenn die Krankheit kommt, darf die Liebe bleiben.

Übrigens:

In der Frauen Orgasmus Schule lernst du mehr über deinen Körper, deine weibliche Kraft und dein Weg zu wahrhaftigen Ekstasen. Je mehr eine Frau über ihren Körper, ihre Bedürfnisse und Wünsche weiß, desto besser kann sie ausdrücken, was sie BRAUCHT. Schau dich gerne um. Ich freue mich auf dich, Aksana.

Bildnachweis:

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13 thoughts on “Ist diese Ikea Werbung eine Zumutung oder Bruch mit einem Tabu: Gekommen um zu bleiben”

  1. Opa und Enkel auf der neuen Ikea-Couch:
    Opa: “Hach, ich könnte für immer hier bleiben!”
    Enkel: “Meinst Du nicht, Oma könnte dich vermissen?”
    Opa: “Nee, die vermisst nur ihre Zähne, ihre Brille und ihre Libido!”
    Herzhaftes Lachen und aus.

  2. Ach ja, natürlich kann man das Szenario auch umdrehen. Hatte ich auch schon in den Kommentaren auf YouTube gelesen und danke dir natürlich, dass du dir die Mühe gemacht hast, diesen Kommentar auch hier beizufügen. Es grüßt herzlichst Aksana.

  3. Die Frage ist nur, ob das dann genau so unproblematisch und lustig wäre? Oder nicht eher sexistisch und frauenverachtend.
    Der Vergleich bietet sich zwar an, ist aber nicht so leicht zu machen, jedenfalls nicht, wenn man es in eine knackige Werbeaussage packen will. Außer dem Verlust der Libido in den Wechseljahren könnte man nämlich auch noch andere Beschwerden bzw. medizinische Probleme auf dem Rücken der Betroffenen in einem Werbespot vermarkten: trockene Scheide, Entzündungen, Hitzewallungen, Inkontinenz, …
    Findest Du das dann auch noch lustig?

    Impotenz i. S. einer erektilen Dysfunktion ist “schwerwiegende Erkrankung. … häufig auch Vorbote anderer, noch schwerer wiegender Erkrankungen und sollte daher immer ärztlich untersucht werden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die ED oft ein Hinweis auf bevorstehenden Herzinfarkt und Schlaganfall ist … ” “In der Öffentlichkeit werden die Beeinträchtigungen der Betroffenen durch ihre Erkrankung, insbesondere die psychischen Nebenfolgen, oft nicht in ausreichendem Maß wahrgenommen. In Deutschland sind private und gesetzliche Krankenkassen zur Übernahme der Kosten von Potenzmitteln nicht verpflichtet.” (Wikipedia)

    Die daraus resultierenden psychischen Probleme (Verlust des Selbstwertgefühls, Scham, Angst vor körperlicher Nähe, …) erzeugen mit Sicherheit einen immensen Leidensdruck bei den Betroffenenen! Aber hey, kann man sich schon mal drüber lustig machen, oder?
    Würde es umgekehrt laufen (s. o.) könnten wir den Aufschrei schon hören, das Emma-Titelblatt habe ich schon vor Augen und der Shitstorm inklusive der Boykottaufruf (“kauft nicht bei Ikea!!!”) liefen schon heiß …

    Na ja, wie heißt es so schön: GLEICHberechtigung!

  4. Ich danke dir wirklich für dein Engagement bei diesem Thema. Es ist kein einfaches Thema vorallem bei dem heutigen “Sexdruck” immer kommen zu können – sowohl für Frauen als auch für Männer. Weißt du, ich glaube auch, dass wir durch unsere persönlichen Erfahrungen, Einstellungen und Meinungen immer einen ganz eigenen Blick auf alles und natürlich auch auf “Gekommen, um zu bleiben”. Macht sich Oma über Opa wirklich lustig? Die Texte sind sehr gekonnt gewählt. Dieser Werbespot ist in meinen Augen nicht zwischen Tür und Angel entstanden. Viele Köpfe haben hier lange diskutiert. Also, macht sich Oma über Opa lustig? Ich sehe das persönlich nicht so. Vielleicht ist sie einfach nur froh, dass es einmal ausgesprochen wurde? Mehr erfahren wir in dem Spot nicht und in gewisser Weise setzt auch das eingen “Kopfkino” ein.

    Ich habe in meiner aktiven Zeit als erotische Masseurin viele männliche Gäste gehabt, die ihre Frauen von ganzem Herzen liebten, aber sich mit ihr leider nicht über Berührung, menschliche Nähe sowie Sexualität unterhalten konnten. Sex im Alter? Ja, es ist ein sehr großes Tabu. Sexuelle Themen im Allgemeinen? Oh ja, was für ein Haufen an Tabus hier noch vor uns liegt ist unglaublich und überwältigend.

    Was ich dir auch noch sagen möchte: Nicht alle Frauen sind männerhassende Feministen! Wirklich. Liegt es nicht auch immer an uns, wie wir dem anderen zuhören und das auf einer Herzebene – nicht nur oberflächlich durch den Filter von Angst und Wut?

  5. Hallo Aksana,

    zu Deinem letzten Absatz: Ich weiß! 🙂 Insofern ist alles gut!
    Mir lag nur daran, auf den unterschiedlichen Umgang hinzuweisen. Es ist seit Jahren völlig okay, männerhassende Kommentare, Filme, Bücher*, Meinungen, … zum Besten zu geben. Natürlich ist das immer nur spaßig gemeint. Ist ja auch okay. Nur: Umgekehrt würde man(n) mit Empörung gejagt werden. Unter GLEICHberechtigung stelle ich mir eben was anderes vor …

    *Beispiel: “Nur ein toter Mann ist ein guter Mann” (Gaby Hauptmann)

  6. Hallo Aksana,

    tja, was soll ich dazu schreiben? Krass! Sehr unschön, was sie da so berichtet! Nur:
    Erstens ist das 30 Jahre her (was nicht bedeuten soll, daß heute sowas nicht mehr möglich ist) und zweitens ist Madonna sicherlich nicht die Durchschnittsfrau. Der Feminismus tut aber immer so, als würden heutzutage (2017 und nicht 1985) normale mitteleuropäische Frauen andauernd drangsaliert, sexuell belästigt und benachteiligt. Und das ist schlicht nicht der Fall! Das wissen auch viele Frauen und können dem konstitutionellem Feminismus deshalb nicht folgen. Das weiß ich aus Gesprächen mit “normalen” Frauen und einem, inzwischen über 40 Jahren währenden, Berufsleben.

    “Da Frauen … unterrepräsentiert sind, werden Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.”
    Es gibt auch keine Frauentarife in Tarifverträgen.
    Gender Pay Gap? Eine Chimäre, die immer wieder von neuem durchs Land getrieben wird: Frauen arbeiten mehr in Teilzeit, weil sie es wollen (oder sich gegen den holden Gatten nicht durchsetzen können, ist dann die Politik zuständig?), Frauen arbeiten mehr als Männer in schlechtbezahlten Berufen, weil sie – ehrenswerterweise – Menschen helfen wollen z.B. oder weil sie die nötigen Ausbildungen oder Qualifikationen nicht erwerben, trotz jahrelanger MINT-Days für Frauen, Girlsdays usw. (wie fühlen sich eigentlich die kleinen Boys dabei?) aber sie haben – mindestens – die gleichen Chancen diese Ausbildungen zu machen und Qualifikationen zu erwerben!

    Was ich sagen will: Arschlöcher_innen 😉 wird es immer geben. Gleichberechtigung aber ist, zumindest bei uns, schon lange hergestellt. Und das ist auch gut so! Aber dann kann man es auch mal gut sein lassen!
    Und da wir wieder beim Thema Gleichberechtigung sind: Sobald wir Männer uns auf die gleiche Art über Frauenleiden oder Erkrankungen lustig machen dürfen (nicht, daß das erstrebenswert wäre), habe ich mit solchen Spots kein Problem mehr. Solange das aber unkorrekt ist, ist es das umgekehrt auch.

  7. Eine unendliche Geschichte und man kann diese Gespräche immer wieder auf’s Neue entfachen. Leider haben solche Diskussionen nichts produktives an sich und sie tun weder Mann noch Frau gut. Es wird kein Ende geben, solange mit Worten und Emotionen immer und immer wieder hin und her geschossen wird. Ich hoffe du findest deinen Frieden mit allen angesprochenen Themen und ich wünsche dir von Herzen alles Gute. Bitte habe Verständnis, dass ich mich nun aus weiteren Gesprächen diesbezüglich rausnehmen werde. Alles Liebe, Aksana.

  8. Ich hatte nicht den Eindruck und auch nicht die Intention zu “schießen”. Aber wenn ich Dich und Deinen Blog (in dem ich ein wenig gestöbert habe) richtig verstehe, wirst Du mir nicht widersprechen, daß wir (Männer und Frauen) eher zu wenig als zu viel kommunizieren. Und genau das habe ich gemacht, kommuniziert, meine Meinung gesagt. Was daran unproduktiv sein soll, erschließt sich mir nicht.
    Ist aber auch nicht so wichtig.
    Sieht mir eher nach “gefühlsmäßig bin ich dagegen aber mir mangelts an Argumenten und deshalb behaupte ich einfach mal, zu diskutieren bringe nichts” aus. Sei es wie es sei.
    Gespannt bin ich eigentlich nur noch, ob Du die Größe besitzt, das so stehen zu lassen …

  9. Schöne Darstellung des Werbespots und ebenfalls schön, dass es hier sachlich und nicht so polemisch wie etwa bei YouTube diskutiert wird. Ich möchte die Diskussion an dieser Stelle auch nicht weiterführen, sondern lediglich meine Meinung zu diesem Thema bzw. Werbespot preisgeben:
    Die mediale Darstellung und mittlerweile auch die tatsächlichen Verhaltensweise unterscheiden sich abhängig vom Geschlecht. Ohrfeigen, Drinks ins Gesicht, etc., wenn es von Frauen ausgeht, werden i. d. R. toleriert und dienen oftmals der Unterhaltung. Ähnliches Verhalten von Männer nicht, ist gesellschaftlich geächtet. Hier besteht also ein Missverständnis zwischen den Handlung abhängig vom Geschlecht. Natürlich ist auch mir bewusst, dass mehr Frauen unter Gewalt durch Menschen mit männlichem Geschlecht leiden, diese Gewalt wird jedoch in stärkerem Maße von der Gesellschaft verurteilt.
    Die Umkehrung des Werbespots geschah hier ja bereits durch geradeheraus und macht deutlich, wie unterschiedlich Werte, Normen und Regeln in Abhängigkeit zum Geschlecht formuliert werden. Auch an Männer werden von klein an Rollenbilder herangetragen. Im sexuellen Bereich sind das v. a. Dinge wie: Potenz=männlich ergo Impotenz=unmännlich, Männer sind geil und das immer und sie können auch immer, wer seine Frau nicht befriedigen kann, der begibt sich in die Gefahr sie zu verlieren. Das ist natürlich überspitzt formuliert, dürfte aber in etwa der derzeitigen Sozialisation nahe kommen.
    Das eigentliche Problem an der IKEA Werbung ist nun, dass sie genau auf solche (Teil-)Identifikation von Männern Bezug nimmt und sie lächerlich macht. Anstatt einer konstruktiven Auseinandersetzung mit einem Tabuthema entsteht so eine zunehmende Polarisierung der Geschlechter und in diesem Fall schneiden die Männer schlechter ab. Es wird sich über angeborene Eigenschaften (Geschlecht) lustig gemacht.
    Naja, vielleicht reagiere ich als Betroffener auch einfach empfindlicher, vielleicht reagiere ich als Humanist aber auch auf Sexismus unter dem Vorwand des Feminismus empfindlicher.
    Viele Grüße
    Matthias

  10. Kurz und knapp: Toller Kommentar, Matthias. Ein Kompliment an dich, den ein sachlicher Meinungsaustausch ist gerade bei diesen Themen nicht einfach, denn schnell kommen Emotionen ins Spiel. Mir ist das Thema Impotenz bisher kaum begegnet. Das mag an meinem jungen Alter liegen. Während meiner aktiven Zeit als Erotikmasseurin war es definitiv ein Thema. Im Vorgespräch, wenn man sich das erste Mal begegnete, fiel mir immer wieder auf wie schwer es für Männern war, über das Thema Impotenz zu reden und sich der weiblichen Person (also mir in diesem Fall) gegenüber zu öffnen. Die Ungewissheit wie die Frau damit umgeht, schwang also immer mit. Genau hier liegt ein Problem, wenn es um heikle Themen geht – es wird nicht oder viel zu selten darüber geredet.

    Frauen sind mit anderen Problemen konfrontiert, die auch Tabus sind und durch die Medien meistens unwahr wenn nicht sogar falsch dargestellt werden. Es klingt oftmals harmlos und die wenigsten machen sich eine Vorstellung, was es bewusst und insbesondere unbewusst mit Frauen und natürlich auch Männern macht. Hier mal ein paar Beispiele: 1. Menstruation (Ist Blut wirklich blau?); 2. Lustlosigkeit (Sind die Kopfschmerzen nun echt oder nur vorgetäuscht? Egal, ein Pulver bring schnell und sofort Abhilfe, dass Frau wieder “kann”); 3. in Filmen die Darstellung von Geburten (Frau liegt auf dem Rücken und schreit sich die Seele aus dem Leib! Ja, es geht auch anders, nur wird dieses Bild (leider) nicht gezeigt); und vieles mehr.

    Frauen sind anders als Männer und Männer sind anders als Frauen. Das ist gut so. Sollten wir nicht endlich anfangen, uns gegenseitig zuzuhören und uns wirklich für die Gedanken und Gefühle des anderen Geschlechts interessieren? Ich meine ja. Dabei ist es nicht unsere Aufgabe eine Lösung parat zu haben. Es geht einfach nur darum hinzuhören und zu -fühlen, was den anderen bewegt, ihn oder sie in die Arme zu nehmen und einfach da zu sein. Das mit Kindern zu machen, ist selbstverständlich, doch irgendwann auf dem Weg des Erwachsen werden geht uns das verloren. Hier spielen auch Leistungs- und Zeitdruck sowie die Anforderungen der Gesellschaft wie man zu sein hat eine große Rolle.

    Noch kurz zum Thema Gleichberechtigung. Ich habe das Buch “Männerbeben” von Arne Hoffmann gelesen. Sehr zu empfehlen. Inspiriert hatte mich mein wunderbarer Mann. Er zeigt mir offen und ehrlich die Sicht eines Mannes und das mit einer unglaublichen Geduld. Ich habe auch erst lernen müssen, wirklich zuzuhören. Diese Gespräche zeigen mir aber auch immer wieder, dass es auch die Kommunikation ist, an der beide Geschlechter arbeiten müssen, damit wir ein Verständnis für das andere Geschlecht entwickeln.

    In diesem Sinne danke für die wunderbaren Worte und alles Liebe Dir, Aksana.

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