Was ist Bondage und was du unbedingt darüber wissen musst

Inspiriert durch eine Anfrage, ob ich erklären könnte, was Bondage ist, habe ich mich auf die Suche begeben nach einem Experten bzw. Expertin begeben.

Ich selber habe schon einiges über Bondage gelesen. Auch habe ich mal einen Kurs besucht und ein paar Filme gesehen. Doch jemand mit praktischer Erfahrung kann einfach anders berichten als jemand, der nur hin und wieder in ein Thema reinschnuppert. Bei meiner Suche habe ich Deva Bhusha kennengelernt. Sie war sofort Feuer und Flamme, mir einen Einblick in ihre Welt des Bondage zu geben und damit Neugierigen zu erklären, was Bondage ist.


Aksana: Was verstehst du unter Fesselspielen?

Deva: Alles, was den Körper fesselt. Am liebsten das Spielen mit Seilen und anderen Spielsachen.

Aksana: Wo liegt für dich der Reiz an Fesselspielen?

Deva: Der Reiz liegt in der Vielfältigkeit der Gedanken und Gefühle bei Fesselspielen:

  • Ausgeliefert sein,
  • Abgeben von Kontrolle und Verantwortung,
  • eingebunden sein,
  • gebundene Geborgenheit (Kompression),
  • Geil sein (auf gespreizt zu sein bzw. zu werden) und
  • Leidenschaft.

Es gibt noch eine besondere Form des Fesselns: das Shibari.

Im Shibari liegt der Reiz in der Schwerelosigkeit, das Körpergefühl, Druck an vielen Stellen zu bekommen, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Ritual, wieder ausgebunden und in die Freiheit entlassen zu werden

Aksana: Ist Bondage einfach nur eine andere Bezeichnung für Fesselspiele?

Deva: Ja. Bondage ist einfach die Bezeichnung für Fesselspiele. Ich mag Bondage lieber. In der Bezeichnung Bondage steckt mehr das „gebunden sein“, das wiederum auch mit „verbunden sein“ zu tun hat. Bondage ist aber auch mehr als nur ein reines Fesselspiel. Es kann regelrecht eine Kunst sein, das zelebrieren eines Rituals.

Aksana: Welche Rolle spielt Vertrauen beim Fesseln?

Deva: Vertrauen ist eine absolut wichtige Komponente. Wenn jemand kein Vertrauen zu mir hat, würde ich ihn oder sie nicht fesseln.

Aksana: Womit wird gefesselt?

Deva: Ich bevorzuge definitiv Seil, Jute oder Hanf.

Manchmal verwende ich auch Gelenkfesseln, spezielles Fesselband, Verbandsbinden oder Frischhaltefolie.

Aksana: Wie findet man den richtigen Partner?

Deva: Wenn ich das wüsste. Ich kann nur raten, wenn jemanden Interesse an Bondage hat, dann sollte der oder die sich auf die Suche begeben.

Es gibt doch Foren und Fesseltreffs.

Wer sucht, wird im Internet definitiv fündig werden.

Dann heißt es nur noch, sich einfach trauen hinzugehen. Interessierte sind immer willkommen und Fragen werden gerne beantwortet.

Wir haben doch alle irgendwann einmal angefangen.

Aksana: Wie fesselt man richtig?

Deva: Nun, da gibt es schon so einiges zu beachten.

Man muss Wissen über die Technik des Fesselns haben. Es gibt Details, welche man beachten und Dinge, die man einfach wissen muss.

Darüber hinaus ist es auch essentiell zu wissen, wie man bei kleineren und größeren Missgeschicken oder vielleicht sogar Unfällen agiert.

Besonders wichtig ist die Zeit nach dem Fesseln.

Ist die Session vorbei, ist man ganz für die Person da und hält sie erstmal. Dabei sind Präsens, Kontakt und Kommunikation das Allerwichtigste.

Nie jemanden allein lassen!

Auf jeden Fall immer eine Notfallschere dabei haben, wenn jemand Unmut äußert.

Dann heißt es sofort handeln und bitte nicht erst noch schnell ein Foto machen.

Ansonsten ziehe ich Workshops dem Lernen aus Büchern definitiv vor, weil es gleich praktisch ist und man jederzeit um Hilfe fragen kann.

Jeder lernt anders und manchen ist mit Büchern besser geholfen.

Das muss jeder für sich entscheiden und vielleicht einfach mal ausprobieren.

Aksana: Wenn man mehr über Informationen über Fesselspiele und Bondage haben möchte, wo findet man diese?

Deva: Wer sucht, der findet auch.

Es gibt reichlich Information im Internet.

Schau mal auf YouTube nach. Dort wirst du auf jeden Fall etwas finden. Sehr gute Anleitungen sind die Bücher Bondage* und Japanbondage *von Matthias T. J. Grimme.

Doch wie gesagt, ich habe die Erfahrung gemacht, dass praktische Seminare und Workshops beim Bondage einfach viel besser sind.

Natürlich muss das jeder für sich selber herausfinden. Da gibt es kein richtig oder falsch.

Aksana: Hast du einen Tipp, was man am besten zu seinem Partner sagt, wenn man Fesselspiele in das Liebesspiel einbauen möchte?

Deva: Das ist wirklich schwer zu sagen.

Ich mache Bondage beruflich.

Daher kommen die Menschen zu mir, wenn sie gefesselt werden wollen.

Ich glaube, es gibt da keine Einheitslösung.

Doch warum um den heißen Brei reden?

Ich würde einfach sagen:

„Du Schatz, ich steht total auf Fesseln. Ich weiß zwar nicht genau, was Bondage ist, aber ich bin neugierig. Hast du Lust mit mir mal sowas zu probieren?“

Wer weiß, vielleicht hat der Partner auch schon darüber nachgedacht? Einfach trauen und vielleicht gar nicht so viele Gedanken im Vorfeld darüber machen. Den Mutigen gehört die Welt.


Ich danke Deva Bhusha für diesen kleinen Einblick in eine für viele unbekannte Welt. Suchst du nach mehr Informationen aus dem Bereich BDSM? Dann findest du in diesem Artikel ein Interview über Bell, die das Leben als devote Sub lebt.

Alles Liebe, Aksana.

Über Deva Bhusha Glöckner

Deva Bhusha Glöckner ist Tantramasseurin, Bondagemasseurin, Sexualbegleiterin und leidenschaftliche Fesslerin bzw. Fesselmodel. Ich liebe alles, was mit Seil zu tun hat.

Übrigens:

In der Frauen Orgasmus Schule lernst du mehr über deinen Körper, deine weibliche Kraft und dein Weg zu wahrhaftigen Ekstasen. Je mehr eine Frau über ihren Körper, ihre Bedürfnisse und Wünsche weiß, desto besser kann sie ausdrücken, was sie BRAUCHT. Schau dich gerne um. Ich freue mich auf dich, Aksana.

Bildnachweis:

Photo: Titelbild von Shibari. Alle Bilder in diesem Artikel sind von Deva Bhusha Glöckner sowie von Gerhard Schmidt.

Persönlicher Hinweis zum *:

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4 thoughts on “Was ist Bondage und was du unbedingt darüber wissen musst”

  1. Wooooow! Wie passend.
    Gestern haben wir im Freundeskreis auch über Bondage gesprochen.
    Einige Freunde von mir haben das schon ausprobiert
    und mich neugierig gemacht.
    Ich würde das auch sehr gerne mal ausprobieren. Ich habe schon Erfahrung mit
    Tantra und Tantramassagen gemacht, wobei ich die Sanftheit und Langsamkeit dort
    sehr für mich entdeckt habe.
    Und im Bondage reizt mich das Vertrauen, das Fallen lassen, das gefesselt sein.
    Und die künstlerische Darstellung des Körpers mit den Seilen.

    Was ich besonders schön finde, dass du sagst, dass vor allem die Zeit nach der Session so wichtig ist.
    Ganz da sein, halten oder gehalten werden.

    Danke euch für das wunderbare Interview 🙂
    Cosima

  2. Liebe Cosima, ich danke dir für diesen Einblick in deine Gedankenwelt. Weißt du, genau dafür habe ich den Blog weiblich und intim ins Leben gerufen: um Informationen geben zu können, was es für unterschiedliche Blickwinkel und Wege gibt, die eigene (weibliche) Sexualität zu entdecken. Von der Sanftheit der Berührung einer (erotischen intimen) Massage sowie Bondage und vielem mehr. Folge einfach weiter deiner (sexuellen) Neugier und höre auf deine Intuition. Alles Liebe auf deiner Entdeckungsreise, Aksana.

  3. Schon lange habe ich Interesse an Bondage. Bin hoffentlich bald bei einem Seminar dabei!
    Namasté
    Gudrun

  4. Danke dir für deinen Kommentar, liebe Gudrun. Ich wünsche dir, dass du bei dir in der Nähe was findest und wenn nicht, dann nutze das Seminar doch gleich für einen kleinen Ausflug. Es wird bestimmt ein spannendes Erlebnis. Alles Liebe, Aksana.

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